Was uns antreibt

Die Kreativwirtschaft: Wachstumstreiber, Zukunftslabor, Avantgarde

Die Kreativwirtschaft ist zu einer entscheidenden wirtschaftlichen Größe und zum Impulsgeber für gesellschaftliche Erneuerung geworden. Sie ist ein wichtiger Beschäftigungs- und Wachstumstreiber. Buchmarkt, Musikwirtschaft, Film, Rund- funk und Bühne, bildende Kunst, Architektur und Design sowie die Software- und Games-Branchen und die Werbewirtschaft beschäftigen in Deutschland rund eine Million Menschen und erzielen einen jährlichen Umsatz von ca. 137 Milliarden Euro. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt damit bereits deutlich vor z. B. der Chemiebranche. Die Kreativwirtschaft ist ein „schlummernder Riese“, dessen Potenziale zielstrebig entwickelt werden müssen.

Die Kreativwirtschaft macht zukünftige Entwicklungen in Arbeitswelt, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft schon heute wie ein Vergrößerungsglas sichtbar. Sie ist gleichzeitig Zukunftslabor und Avantgarde.

Der nahezu unbegrenzte Zugang zu Informationen und die Möglichkeit der Teilhabe durch das Internet müssen erhalten und ausgebaut werden. Um diese Informationen in der modernen Wissensgesellschaft einzuordnen und bewerten zu können, muss das Bildungssystem verstärkt Medienkompetenz vermitteln.

Durch Internet und Computer wurden in der Kreativwirtschaft die Produktionsmittel sowie die Kommunikations- und Vertriebswege demokratisiert. Die Digitalisierung ermöglicht vereinfachten Zugang zu Wissen und neue Wege gesellschaftlicher Teilhabe. Auch deshalb gibt es in der Kreativwirtschaft viele Unternehmensgründer und Solo-Selbständige.

Diese Arbeitsstrukturen fordern und befördern Ideen und Innovation – und sie schaffen neue Arbeitsplätze. Es wird aber auch deutlich, dass die bestehenden sozialen Sicherungssysteme diese neuen Formen von Arbeit nur unzureichend erfassen. Viele dieser Beschäftigungsformen sind sozial schlecht abgesichert und häufig prekär. Aufgabe der Politik muss es sein, diese ökonomischen und innovativen Kräfte zu erschließen, ohne die sozialen Herausforderungen und Risiken zu übersehen. Die Bildungspolitik muss sicherstellen, dass junge Menschen auf die neue Arbeitswelt vorbereitet werden.

Prozess-Illustration: Michele Gauler

Prozess-Illustration: Michele Gauler